DIE VERRÜCKTEN PFERDE

DIE VERRÜCKTEN PFERDE

(Übersetzt von Arbënor DEHARI, Prishtina-  2011) 

Author : Brahim AVDYLI

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laura

   

      Schärmeli Laura  

Grosse Sehnsucht nach Freiheit

Für viele Leser und Leserinnen ist Brahim Avdyli schon ein bekannter Name, sei es aus der literarischen Zeitschrift „Noisma“(aus der Ostschweiz/FL), sei es aus den albanisch-schweizerischen kulturellen Begegnungen und Versammlungen derAdS (Autorinnen und Autoren der Schweiz), wo er Mitglied ist.

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 Brahim AVDYLI

Aus den Gedichten Brahim Avdylis spricht eine grosse Sehnsucht. Es ist die Sehnsucht nach der Heimat und nach der Freiheit. Nicht zuletzt ist es die Sehnsucht nach der Freiheit der Heimat, die in den Worten Brahim Avdylis liegt. Diese sowohl körperliche als auch geistige Freiheit versucht der Dichter mittels der Poesie zu erlangen. Sein Schwert sind seine Gedanken, seine Streitaxt die Worte; doch selbst wenn es ein Kampf ums Überleben ist, – das Überleben von Ideen, das Überleben eines Volkes –, bleibt Brahim Avdylis Protest, auch wenn sein Aufschrei gegen die Ungerechtigkeit weit mehr als ein leises Flüstern ist, stets friedlich. Im Gegensatz dazu werden den spriessenden Gedanken der Freiheit von der Umwelt Mühlesteine an den Hals gehängt. Das Gefängnis, in welches sie gesteckt werden, wirkt greifbar und grausam. Unermüdlich versucht der Autor diesen Ideen Leben

einzuhauchen, die zum Welken gezwungene Blume zu giessen. Doch das Wasser, das in Brahim Avdylis Gedichten oft als Quell des Lebens erscheint, zeigt auch seine unversöhnliche Seite. Stürme bedrohen den Fliehenden, Unwetter den Suchenden; Ithaka ist allzu fern. Dennoch ist Brahim Avdylis Poesie durchdrungen von der Hoffnung. Es ist eine Hoffnung, die allzu oft begraben werden muss, und die dennoch immer wieder neu aufkeimt und erstarkt. Die Motive des Todes sind allgegenwärtig; Blut, Verzweiflung, Schmerz und Misserfolg verfolgen den Leser Schritt auf Tritt. Und doch leuchtet überraschend und unverhofft immer wieder die Verheissung auf, beinahe erdrückt von der düsteren Stimmung, geschwächt von den geschlagenen Wunden, erwürgt vom stählernen Griff des Bösen; immer dann, wenn der Autor die Hingabe an das Leben und an die Liebe beschreibt und die Hoffnung, die nie stirbt. Wie Sonnenstrahlen dringen diese Gedanken durch die finsteren Wolken, die sich am Horizont türmen, doch liegt selbst im Glanze dieses Lichts eine stumme Drohung. Brahim Avdyli besitzt eine eindringliche Sprache, die von der ersten Zeile an fesselt und den Leser von Zeile zu Zeile weitertreibt. Selten gewährt der Autor ein Innehalten, rar sind die Momente der Ruhe, die Augenblicke des Atemholens. Den rasenden Gedanken zu folgen versuchend, malt sich vor dem inneren Auge ein Bild in düsteren Farben, durchsetzt von kleinsten Brillanten, die in allen Farben schillern. Bittersüss schmeckt diese tiefe Sehnsucht, und von den Gedichten dazu gezwungen, mitzuleiden, werden Herz und Kehle eng. Die Wörter sterben, – wenn nicht bereits im Herzen, so doch in der Kehle –, so wie es der Dichter beschreibt. Es macht Mut, die dieser Bitternis trotzende Sehnsucht zu spüren und zu erkennen, dass die Freiheit der Gedanken in ihrer Verbreitung zwar gehemmt, an ihrem Entstehen jedoch nicht gehindert werden kann. Und so lange auch nur ein kleines Fünkchen Hoffnung brennt, kann die Fackel der Freiheit aufs Neue entzündet werden.

Die Freiheit stellt das zentrale Element in in Brahim Avdylis Gedichten dar. Sie ist eine nach Leben strebende, von Liebe durchdrungene Kraft, die von Zorn, Gewalt und Tod in jedem Augenblick, den sie atmet, bedroht wird. So mächtig ist dieser immerwährende, erbitterte Kampf, dass er den Leser mit sich in den Abgrund reisst und physisch spürbar wird.

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