Devdoot der Engel (Auszug aus Canto 2) – Sudhakar Gaidhani / Aus dem Englischen von Loreta Schillock; Stuttgart, Germany

 
Sudhakar Gaidhani
 
Devdoot der Engel
(Auszug aus Canto 2)
 
Mutter Erde sieht jetzt
vorzeitig gealtert aus
bemüht zu pflegen und zu versorgen
den Haushalt ihrer eigenen Familie
 
Am Ende einer bestimmten Epoche,
wandte sich der Weise Narad an
unsere Mutter Erde,
die den Mond in ihren Händen hielt
über den tobenden Flammen
des Sonnenofens.
 
„Mutter, was tust du?“
Sie antwortete,
„Kind, ich prüfe
dieses Stück meines Herzens,
indem ich es einer gewissen Hitze aussetze.
Das wird mir zeigen
aus welchem Material es besteht.
Eine schwierige Jahreszeit oder eine rohe Zärtlichkeit!“
 
„Mutter, aber wie wird die Welt darauf reagieren?“
„Gott sei Dank, dass ihr Menschen
Sterne und Planeten nicht in euren Händen haltet.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was ihr mit ihnen angestellt hättet!“
 
Als der Metzger ein Festmahl gab,
fand ich Fleisch von meiner eigenen Kuh auf
meinem eigenen Teller
und trotzdem hast du die Frechheit zu fragen
„Mutter, bitte serviere uns einen Heuhaufen?“
„Mutter, warum bist du derart wütend auf deine Kinder?“
 
„Wenn die Brüste einer Mutter mit Milch gefüllt sind
und das Baby nach der Liebe seiner Mutter lechzt,
doch zeigt ihr Menschen kein Mitgefühl
mit der Mutter und ihrem Kind
selbst nachdem das Kalb zu einem
ausgewachsener Stier geworden ist?“
 
„Aber Mutter, was ist, wenn der Mond zunichte geht
während du ihn erhitzt?“
 
„Sohn, wenn ein Mann sein Leben verliert
während er eine Frau schwängert, dann…
 
Es ist ein Vergnügen, schwanger zu sein!
Aber die Empfängnis ist qualvoll!“
 
„Mutter, gestern war ich Zeuge, wie der
Gott von der Menge am Kragen gepackt wurde
am helllichten Tag auf einem öffentlichen Platz
aufgefordert zu bezahlen,
den Preis für ihre Anbetung.
 
Einige baten: „Lasst ihn los!“,
während andere schrien:
„Peitscht ihn gnadenlos aus!“
In diesem Moment,
wie aus dem Nichts,
erschien die Sünde in aller Eile
und rettete den Gott.
 
Mutter, wie viele Tage habe ich verbracht
im Gewand einer Kuh,
an der Seite des heiligen Stiers ‚Nandi Deo‘?“
 
„Ein gesprochenes Wort hat seinen eigenen Wert!
Sprich ein Wort nur aus, wenn es
deine Ehre nicht beschmutzt.
 
Die Essenz deiner Rede
sollte niemals ihr Gleichgewicht verlieren,
sogar wenn du entscheidest, diese einzufärben
mit tiefem Sarkasmus.“
 
„Mutter, alle sogenannten Tugenden
in dieser Welt sind
durch und durch verfault.“
 
„Dann fermentiere sie zum
Alkohol!
Verfolge eine sündige Berufung,
als ein tugendhaftes Leben!
Lass deine Sünde dich bereichern
während du täglich deinen Gott anbetest!“
 
Als er das Gespräch der Mutter
belauschte,
erschien plötzlich der Große Teufel
und sprach:
„Mutter, dann kann ich ernten
die Ernte der Sünde.“
 
„Nur zu, mein Sohn.“
„Darf ich dich zum Schlachter bringen?“
„Mit Vergnügen!“
 
(From Marathi into English by Vishwas Vaidya, India)
 
 
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Aus dem Englischen von Loreta Schillock
Stuttgart, Germany
 
 
 
 
 

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